Neue Verordnungen zur Umsetzung der Omnibusrichtlinie, der Digitalrichtlinie und der Warenrichtlinie traten Anfang 2023 in Kraft. Sie bringen zahlreiche wichtige Änderungen für Verbraucher und den Schutz ihrer Rechte mit sich, insbesondere beim Abschluss von Fernabsatzverträgen mit Online-Händlern. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Annahmen dieser Rechtsakte vor.

Preisinformationen vor der Werbeaktion

Bei einer Preissenkung für ein Produkt oder eine Dienstleistung sind Unternehmen verpflichtet, neben der Information über den reduzierten Preis auch den niedrigsten Preis anzugeben, der in den 30 Tagen vor der Preissenkung galt. Diese Regelung gilt auch für Produkte oder Dienstleistungen, die weniger als 30 Tage vor der Preissenkung angeboten wurden. Zusätzlich zur Information über die Preissenkung müssen Unternehmen auch den niedrigsten Preis angeben, der vom Zeitpunkt des Verkaufsstarts bis zum Zeitpunkt der Preissenkung galt. Diese Verpflichtungen gelten auch für Werbung, die Preisinformationen enthält.

Neue Definitionen

Zwei Begriffe wurden rechtlich definiert: Online-Marktplatz und Online-Marktplatzanbieter .
Ein Online-Marktplatz ist ein softwarebasierter Dienst, beispielsweise eine Website, ein Teil einer Website oder eine Anwendung, der von einem Händler oder in dessen Auftrag betrieben wird und den Abschluss von Fernabsatzverträgen ermöglicht. Ein Online-Marktplatzanbieter ist im Sinne des Gesetzes und der Omnibusrichtlinie ein Unternehmer, der einen Online-Marktplatz betreibt, einen solchen bereitstellt oder dessen Nutzung ermöglicht.

Produktbewertungen im Online-Shop und Telefonnummer

Es ist üblich, dass Verbraucher ihre Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung auf den Meinungen anderer Nutzer basieren. Die Richtlinie verpflichtet Verkäufer, potenzielle Kunden darüber zu informieren, wie sie Meinungen zu den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen sammeln und überprüfen. Darüber hinaus verpflichtet die Richtlinie Verkäufer, ihren Kunden eine Telefonnummer zur Verfügung zu stellen.

Persönliche Daten als Währung

Die neuen Bestimmungen regeln auch Fälle, in denen Verbraucher im Austausch für digital bereitgestellte Inhalte dem Verkäufer ihre personenbezogenen Daten anstelle einer Zahlung übermitteln. Dadurch soll diesen Verbrauchern der gleiche Schutz wie Verbrauchern, die bar bezahlen, gewährleistet werden.

Garantie – neue Regeln

Bisher war die Gewährleistung ausschließlich im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Die Änderung des Verbraucherrechtegesetzes regelt dies nun umfassender. Bei Waren haftet der Verkäufer für Mängel, die innerhalb von zwei Jahren nach Lieferung auftreten. Möchte der Verbraucher eine Reklamation einreichen, hat der Verkäufer das Recht, diese zunächst auf eine Reparatur oder einen Ersatz zu prüfen. Nur wenn der Verkäufer einen Ersatz ablehnt oder nicht durchführt, kann der Verbraucher eine Rückerstattung oder eine Preisminderung für das beanstandete Produkt verlangen. Im Falle einer Reparatur oder eines Ersatzes trägt der Verkäufer in der Regel die Kosten für die Rücksendung der Ware sowie die Kosten für die Abholung beim Verbraucher. Möchte der Kunde die beschädigte Ware zurücksenden, muss er dies unverzüglich auf Kosten des Verkäufers tun. Der Verkäufer muss den Kaufpreis so schnell wie möglich, spätestens jedoch 14 Tage nach Erhalt der Ware oder des Nachweises ihrer Rücksendung, erstatten.

Neue Fristen – Beschwerden

Bisher hatten Kunden ein Jahr Zeit, um eine Beschwerde einzureichen. Nach den neuen Bestimmungen haben sie zwei Jahre ab Versanddatum Zeit. Für gebrauchte Waren gilt weiterhin die einjährige Frist. Verkäufer mussten bisher innerhalb von 30 Tagen auf Beschwerden reagieren. Diese Frist wurde auf 14 Tage verkürzt.

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um alle Änderungen handelt, die mit Wirkung vom 1. Januar 2023 im polnischen Rechtssystem eingeführt wurden, sondern nur um diejenigen, die für die Führung eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung sind.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.

Rechtsstatus ab dem 25. Januar 2023.

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