In früheren Beiträgen haben wir die Bedeutung des Akronyms AML erläutert, die relevanten Rechtsakte vorgestellt, die zur Umsetzung von AML-Verfahren verpflichteten Institutionen aufgezeigt und die Folgen einer Nichterfüllung oder mangelhaften Erfüllung der AML-Pflichten erläutert. Wir haben auch die Anwendung der AML-Vorschriften auf virtuelle Währungen (Kryptowährungen) beleuchtet. Im heutigen Artikel möchten wir Sie mit dem Thema KYC (Know Your Customer) vertraut machen, einem Bestandteil der Sicherheitsrichtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Was ist KYC?
Die Abkürzung KYC, abgeleitet von Know Your Customer (in einigen Publikationen findet man auch den Begriff Know Your Client), wird ins Polnische als PSK übersetzt, d. h. Know Your Client.
Im Allgemeinen handelt es sich bei KYC/PSK um einen Sorgfaltsprozess, den Finanzinstitute und andere rechtlich definierte Unternehmen durchführen müssen, um ihre Kunden und wirtschaftlich Berechtigten zu identifizieren und die für die Geschäftsbeziehung mit dem jeweiligen Unternehmen erforderlichen Informationen zu erhalten. In der Praxis umfasst dieses Verfahren unter anderem die Überprüfung der Identität und der Geschäftstätigkeit des Kunden sowie die Beurteilung seiner Glaubwürdigkeit. Typischerweise besteht dieser Prozess aus drei aufeinanderfolgenden Schritten:
- CIP (Customer Identification Program) – In dieser Phase erfolgt die erste Identifizierung des Kunden durch die Erfassung grundlegender Daten wie: Name und Vorname, Geburtsdatum, Adresse, PESEL-Nummer (bei natürlichen Personen), im Falle von Unternehmern – Firmenname, Sitz der Gesellschaft und NIP-Nummer;
- CDD (Client Due Diligence) – In dieser Phase werden die Dokumente und Informationen beschafft, die zur Erstellung eines Kundenrisikoprofils erforderlich sind. Die in dieser Phase gesammelten Unterlagen ermöglichen die Durchführung des jeweils geeigneten Verfahrens je nach Risikostufe – ein vereinfachtes Verfahren (für Situationen mit geringem Risiko), ein Standardverfahren oder ein strengeres Verfahren (für Situationen mit höherem Risiko). Jede dieser Stufen erfordert unterschiedliche Unterlagen;
- Überwachung – Der KYC-Prozess beginnt vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung und wird auch nach deren Aufnahme fortgesetzt, da er eine kontinuierliche Überwachung des Kunden beinhaltet.
Vor Beginn einer Zusammenarbeit haben wir die Möglichkeit, unseren Mandanten kennenzulernen und festzustellen, ob er Verbindungen zu einer kriminellen Organisation unterhält oder in Finanzbetrug, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung verwickelt ist. Durch dieses Vorgehen können wir risikoreiche Transaktionen und Anschuldigungen wegen Beteiligung an illegalen Aktivitäten vermeiden.
Es ist wichtig zu betonen, dass das KYC/PSK-Verfahren – anders als die Geldwäschebekämpfung – weder Transaktionen zwischen Unternehmen noch die Herkunft von Geldern überprüft, sondern sich auf die Identifizierung des jeweiligen Kunden konzentriert. Man könnte argumentieren, dass die Kundenidentifizierung (KYC/PSK) lediglich ein erster Schritt zur Implementierung von Verfahren zur Meldung verdächtiger Transaktionen ist.
Wer ist zur Durchführung des KYC-Verfahrens verpflichtet?
Wie bereits in früheren Beiträgen zum Thema Geldwäschebekämpfung erwähnt, schreibt das Geldwäschegesetz vor, dass alle verpflichteten Institute über ein internes Verfahren zur Bekämpfung der Geldwäsche verfügen und dieses anwenden müssen. Da das KYC-Verfahren (Know Your Customer) Bestandteil der Sicherheitspolitik im Bereich der Geldwäscheprävention ist (gemäß der 4. und 5. Geldwäscherichtlinie), ist zu beachten, dass die KYC-Pflichten für dieselben in Artikel 2 Absatz 1 des Gesetzes zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufgeführten verpflichteten Institute gelten.
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