Hosting-Verträge werden immer beliebter. Es ist wichtig, Ihre rechtlichen Interessen beim Abschluss eines solchen Vertrags angemessen zu schützen. In diesem Artikel erklären wir, was ein Hosting-Vertrag ist, welche Bestandteile er enthält und worauf Sie achten sollten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Definition eines Hosting-Vertrags
Ein Hosting-Vertrag ist ein zivilrechtlicher Vertrag, in dem ein Internetdienstanbieter (Hosting-Anbieter) einem Kunden (Hosting-Nutzer) Speicherplatz auf seinem Server zur Verfügung stellt. Der Kunde kann dort Daten speichern und diese mit anderen teilen, beispielsweise mit Kunden seines Online-Shops. Die Vertragsparteien sind:
- Hosting-Anbieter : ein Unternehmen, das Internetdienste anbietet,
- Hosting-Nutzer : Ein Unternehmer, der diese Dienste nutzt, um sein Online-Geschäft zu betreiben.
Was ist ein Server?
Da es viele Definitionen für einen Server gibt, gehen wir hier davon aus, dass ein Server ein spezialisierter, mit dem Internet verbundener Computer ist, der mit Software ausgestattet ist, die es ihm ermöglicht, Informationen auf Anfrage zu übertragen. Ein Server kann:
- Speichern Sie Dateien, auf die von überall auf der Welt zugegriffen werden kann
- Erstellen Sie Firmenpostfächer,
- Websites und Verkaufsplattformen platzieren.
Rechtlicher Rahmen des Hosting-Vertrags
Im polnischen Rechtssystem sind Hosting-Verträge nicht explizit geregelt. Sie basieren primär auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zu Dienstleistungsverträgen, stützen sich aber auch stark auf Bestimmungen zu Mandatsverträgen. Relevante Rechtsakte sind unter anderem:
- DSGVO-Verordnung (Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung): betreffend den Schutz personenbezogener Daten,
- Gesetz über die Erbringung von Dienstleistungen auf elektronischem Wege (Gesetz vom 18. Juli 2002 über die Erbringung von Dienstleistungen auf elektronischem Wege): regelt die Erbringung von Dienstleistungen über das Internet.
Bereitstellung elektronischer Dienstleistungen
Die Bereitstellung elektronischer Dienstleistungen umfasst die Fernbereitstellung von Diensten durch Datenübertragung auf Kundenwunsch. Im Rahmen eines Hosting-Vertrags bedeutet dies die Nutzung des Internets als Medium zur Bereitstellung dieser Dienste.
Hauptverantwortlichkeiten eines Hosting-Anbieters
Ein Hosting-Anbieter muss folgende Verpflichtungen erfüllen:
- Informieren Sie die Kunden über die mit der Nutzung der Dienstleistungen verbundenen Risiken
- Bereitstellung der Geschäftsbedingungen für die Erbringung von Dienstleistungen
- Ermitteln Sie die Funktionen und Zwecke der auf dem Client-Server installierten Software.
Worauf Sie bei einem Hosting-Vertrag achten sollten
Aus Kundensicht sollte ein Hosting-Vertrag die folgenden Elemente enthalten, die seine Interessen schützen:
- Vertragsdauer und Kündigungsbedingungen: Der Vertrag sollte die Vertragsdauer und die Bedingungen für seine Kündigung klar festlegen.
- Verfügbarkeitsgarantie: Diese sollte die Verpflichtung des Hosting-Anbieters zur Sicherstellung der Servicekontinuität beinhalten und die Haftung im Falle eines Serverausfalls festlegen.
- Zahlungsbedingungen und zusätzliche Gebühren: Im Vertrag sollten die anfallenden Gebühren und mögliche zusätzliche Kosten genau festgelegt werden.
- Datensicherheit: Es ist unerlässlich, dass der Vertrag Informationen über Sicherheitsmaßnahmen wie SSL-Zertifikate und SSH-Protokolle enthält, die Kundendaten schützen.
- Servergeschwindigkeit und -kapazität: Es ist wichtig, dass der Server schnell und groß genug ist und die Fähigkeit besitzt, die Ressourcen bei erhöhtem Datenverkehr zu skalieren.
- Eigene IP-Adresse: Eine eigene dedizierte IP-Adresse erhöht die Sicherheit und beseitigt die Risiken, die mit Shared Hosting verbunden sind.
- Unterstützung von Programmiersprachen: Im Vertrag sollte festgelegt werden, welche Programmiersprachen und Datenbanken unterstützt werden.
- Datensicherung: Regelmäßige Datensicherungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Ihre Daten im Katastrophenfall geschützt sind.
- Anti-Spam- und Antivirenschutz: Der Vertrag sollte einen Schutz vor Spam und Viren gewährleisten.
- Leistungsüberwachung: Der Kunde sollte in der Lage sein, die Server- und E-Mail-Leistung zu überwachen.
- Fernzugriff auf das Administrationspanel: Der Kunde sollte die Dienste selbstständig verwalten können.
- Keine Begrenzung der Anzahl gleichzeitiger HTTP-Verbindungen: Der Vertrag sollte genügend gleichzeitige Verbindungen vorsehen, um einen reibungslosen Betrieb der Website auch bei hohem Datenverkehr zu gewährleisten.
- Möglichkeit zur Vertragserweiterung: Der Kunde sollte die Möglichkeit haben, den Umfang des Vertrags bei erhöhtem Bedarf zu erweitern.
- Rücktrittsmöglichkeiten: Der Vertrag sollte die Bedingungen für einen jederzeitigen Rücktritt vom Vertrag festlegen.
Vereinbarung zur Verarbeitung personenbezogener Daten
Im Rahmen des Hosting-Vertrags ist es wichtig, die Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß der DSGVO zu regeln. Die Datenverarbeitungsvereinbarung sollte Folgendes beinhalten:
- Gegenstand und Dauer der Verarbeitung: Angabe, welche Daten verarbeitet werden und für welchen Zeitraum.
- Art und Zweck der Verarbeitung: Erläuterung, warum die Daten verarbeitet werden und zu welchem Zweck.
- Arten personenbezogener Daten und Kategorien von Personen: Informationen darüber, welche Daten verarbeitet werden und wem sie gehören.
- Pflichten und Rechte des Verantwortlichen für die Datenverarbeitung: Diese Vereinbarung definiert die Pflichten des Verantwortlichen für die Datenverarbeitung und die Rechte der betroffenen Personen, deren Daten verarbeitet werden. Die Vereinbarung soll die Datensicherheit durch Maßnahmen wie Pseudonymisierung, Verschlüsselung und Mechanismen zur Wiederherstellung des Datenzugriffs im Falle eines Ausfalls gewährleisten.
Zusammenfassung
Beim Abschluss eines Hosting-Vertrags ist es wichtig, dessen Inhalt sorgfältig zu prüfen und sicherzustellen, dass er Ihre Interessen schützt. Wichtige Vertragsbestandteile und Fragen der Datensicherheit sollten klar definiert sein, um spätere Probleme zu vermeiden.
Diese Mitteilung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Rechtsstatus ab dem 18. Juli 2024.
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