Ein Agile-Vertrag ist eine Art Implementierungsvereinbarung ( vom englischen „Agile“ – Agilität ). Es handelt sich um ein spezifisches „operatives Modell“, das als „agil“ bezeichnet werden kann – das heißt, es ist flexibel und kann sich an die Bedürfnisse des Kunden anpassen. Es ist ein unbenannter Vertrag, ein Best-Effort-Vertrag, der am ehesten einem Mandatsvertrag ähnelt.
Agile Methoden gewinnen in der IT-Branche zunehmend an Bedeutung für die Projektdurchführung. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Implementierungsvertrag, der aufgrund des vorab festgelegten Endergebnisses – also eines konkreten Ziels oder Produkts mit oft umfangreichen technischen Spezifikationen – eher einem Werkvertrag ähnelt. Bei agilen Projekten (Verträgen) ist es genau umgekehrt: Die angestrebte Vision steht im Vordergrund und kann sich im Laufe des Projekts flexibel weiterentwickeln. Sie muss also anpassungsfähig sein. Diese Art von Implementierungsprojekten ist unter anderem typisch für Startups, bei denen Konzept und Vision im Vordergrund stehen und das genaue Endergebnis oft noch nicht feststeht. Daher geht es hier vor allem darum, Ziele zu setzen und die benötigten Ressourcen zu definieren. Und genau diese Flexibilität des Vertrags stellt die größte Herausforderung dar.
Was ist also entscheidend? Hier sind einige Schlüsselelemente:
Das Wichtigste ist zunächst die „Vision“, die den zentralen Bezugspunkt bilden sollte – eine Beschreibung dessen, was wir erreichen wollen, warum und wie – also die wichtigsten Vertragsziele mit ihren Definitionen und Konzepten. Die Fortschrittskontrolle, die Ergebnisüberwachung und die Festlegung von Projektmeilensteinen sind ebenfalls entscheidend.
Darüber hinaus ist es entscheidend, die im Projekt zugewiesenen Rollen – Aufgaben und Berechtigungen sowie die Möglichkeit ihrer Änderung – klar zu definieren. Ebenso wichtig ist es, den Projektabschluss bzw. die Projektbereitschaft festzulegen und entsprechende Prüfmechanismen oder Checklisten .
Ein weiteres wichtiges Element dieser Art von Vereinbarung ist die Definition und Regelung von Urheberrechten und Rechten an geistigem Eigentum, Lizenzierung, Übertragung von Rechten usw. sowie die Regelung der Haftung der Vertragsparteien – wer wofür und zu welchen Bedingungen verantwortlich ist, einschließlich der Einhaltung von Fristen oder etwaiger Verzögerungen, sowie der Streitpunkte und der Methode zur Abwicklung des Projekts.
Aus Kundensicht ist es außerdem sehr wichtig, Programmier- und Dokumentationsstandards (z. B. Code) festzulegen – sowohl hinsichtlich der Wahl der Programmiersprache als auch der Methode der Codekommentierung und ganz allgemein der Erstellung der Dokumentation.
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Rechtsstatus ab dem 14. März 2024
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