Während der COVID-19-Pandemie spielte der Polnische Entwicklungsfonds (PFR) eine entscheidende Rolle dabei, polnische Unternehmen vor den Folgen von Lockdowns und wirtschaftlichen Einschränkungen zu schützen. Im Rahmen der Finanzhilfeprogramme 1.0 und 2.0 wurden über 74 Milliarden PLN ausgezahlt, um rund 360.000 Unternehmen bei der Aufrechterhaltung ihrer Liquidität und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Diese Subventionen, die unter bestimmten Voraussetzungen teilweise nicht zurückgezahlt werden müssen, waren für viele Unternehmer in schwierigen Zeiten überlebenswichtig. Seit 2023 und insbesondere seit dem Frühjahr 2024 erhalten jedoch viele Begünstigte Rückzahlungsforderungen, was häufig zu Klagen führt. Wie können sich Unternehmer gegen solche Forderungen verteidigen? Hier sind vier wichtige Schritte zum Schutz Ihres Unternehmens.

1. Überprüfung der Klage: Analyse der Rechtsgrundlage

Die Rückzahlungsforderungen und Klagen des Polnischen Entwicklungsfonds (PFR) basieren häufig auf unklaren Begründungen. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Vorverfahren oder in Klagen oft ein „Missbrauchsrisiko“ oder eine „Nichteinhaltung der Förderbedingungen“ angedeutet wird, jedoch in der Regel keine detaillierten Beweise oder konkreten Vorwürfe vorgelegt werden. In vielen Fällen stützt der PFR seine Forderungen auf sogenannte „zusätzliche Prüfungen“, die nach Ablauf des Fördervertrags durchgeführt wurden, was Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen aufkommen lässt.

Gemäß den Bestimmungen des Finanzschilds war der Polnische Entwicklungsfonds (PFR) nur bis zur Rückzahlung des nicht erlassenen Teils der Subvention oder bis zum Erlass eines Erlassbescheids berechtigt, die Einhaltung der Programmbedingungen zu überprüfen. Rückwirkende Prüfungen können häufig gegen den Grundsatz der Rechtssicherheit verstoßen.

Was ist zu tun? Es ist entscheidend zu prüfen, ob die Ansprüche des PFR auf der Subventionsvereinbarung und den Programmrichtlinien beruhen. Prüfen Sie, ob der Fonds konkrete Verstöße festgestellt hat, wie beispielsweise die Nichterfüllung der Verpflichtung zur Arbeitsplatzsicherung, eine fehlerhafte KMU-Statusfeststellung oder Umsatzanpassungen, die sich auf die Subventionshöhe auswirken. Fehlende präzise Begründungen können Anlass geben, den Anspruch vor Gericht anzufechten.

2. Dokumentation sammeln

Sorgfältige Dokumentation ist die Grundlage der Verteidigung gegen Ansprüche des Polnischen Entwicklungsfonds (PFR). Unternehmen werden oft von Vorladungen überrascht, obwohl sie gesetzeskonform gehandelt und die Programmbedingungen erfüllt haben, wie beispielsweise die Aufrechterhaltung der Beschäftigung oder die Fortführung des Geschäftsbetriebs. Wie wir festgestellt haben, weisen Gerichte PFR-Ansprüche häufig mit der Begründung ab, die Beweise des Fonds seien unzureichend. Worauf sollten Sie also besonders achten? Bereiten Sie eine vollständige Dokumentation vor, die die Einhaltung der Programmbedingungen belegt. Dazu gehören die Korrespondenz mit dem PFR, Finanzdokumente und – ganz allgemein – Personalunterlagen wie Gehaltsabrechnungen, Arbeitsverträge und Bestätigungen der Mitarbeiterregistrierung bei der Sozialversicherungsanstalt (ZUS). Diese belegen, dass die Beschäftigung über den erforderlichen Zeitraum aufrechterhalten wurde. Dies hängt von den Argumenten des Polnischen Entwicklungsfonds im jeweiligen Fall ab. Es ist jedoch ratsam, im Vorfeld sicherzustellen, dass alle Unternehmensdokumente vollständig und übersichtlich sind. Dies kann die Reaktion auf PFR-Ansprüche erheblich erleichtern.

3. Einspruch gegen eine Zahlungsanweisung

Das PFR (Property Financial Review) leitet Gerichtsverfahren häufig mit der Zustellung eines Zahlungsbefehls im summarischen Verfahren ein. Dieser Befehl wird dem Unternehmer zusammen mit der Klage zugestellt und erfordert eine rasche Reaktion – innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung muss Einspruch eingelegt werden. Ein Einspruch führt zur Aufhebung des Zahlungsbefehls und zur Weiterleitung des Falls an ein ordentliches Gerichtsverfahren, wodurch der Unternehmer Gelegenheit erhält, seine Argumente vorzutragen.

Was ist zu tun? Ignorieren Sie keine Korrespondenz von PFR oder dem Gericht. Analysieren Sie umgehend den Zahlungsauftrag und bereiten Sie mit Unterstützung eines Anwalts einen Einspruch vor. Der Einspruch sollte darlegen, warum die Ansprüche von PFR unbegründet sind, beispielsweise fehlende Beweise für einen Verstoß gegen die Programmbedingungen, die Rechtswidrigkeit zusätzlicher Kontrollen oder Verstöße des Fonds gegen die Zivilprozessordnung (z. B. die Verlagerung der Beweislast auf den Unternehmer).

4. Die Entscheidungen und Prüfungen des Obersten Rechnungshofs überwachen

Die steigende Zahl von Klagen gegen den Polnischen Entwicklungsfonds (PFR) verdeutlicht die Kontroverse um dessen Arbeitsweise. In den von uns für unsere Mandanten bearbeiteten Fällen konnten wir eine hundertprozentige Erfolgsquote erzielen – die Gerichte fällten positive Urteile zugunsten der Unternehmen und begründeten dies unter anderem mit dem Mangel an ausreichenden Beweisen seitens des PFR und der Rechtswidrigkeit der „zusätzlichen Kontrollen“. Ein Beispiel hierfür ist das Urteil des Bezirksgerichts Olsztyn vom Juli 2025, das die Klage des PFR gegen ein Unternehmen auf Rückzahlung von knapp 150.000 PLN mangels konkreter Beweise für Verstöße abwies.

Darüber hinaus kündigte der Oberste Rechnungshof (NIK) im Februar 2025 eine Prüfung der Aktivitäten des Polnischen Entwicklungsfonds (PFR) und des Zentralen Antikorruptionsbüros (ZBA) im Zusammenhang mit Klagen auf Rückzahlung von Subventionen an. Der NIK beanstandete Unregelmäßigkeiten, wie etwa mangelnde Transparenz bei den Empfehlungen des ZBA und unberechtigte Rückzahlungsanträge. Die Ergebnisse dieser Prüfung könnten Gerichtsentscheidungen beeinflussen und Unternehmern zusätzliche Argumente liefern.

Es lohnt sich daher, Gerichtsentscheidungen in ähnlichen Fällen zu verfolgen – einschließlich der Beobachtung von Urteilen, die einen Präzedenzfall schaffen könnten, oder sich auf das Wissen und die Erfahrung eines professionellen Anwalts Ihrer Wahl zu verlassen.

Zusammenfassung

Die Klagen von PFR auf Rückzahlung von Subventionen aus den Programmen Financial Shields 1.0 und 2.0 sorgen sowohl in der Wirtschaft als auch in der Juristenwelt für erhebliche Kontroversen. Fehlende präzise Begründungen, rückwirkende Prüfungen und die Verwendung nicht offengelegter Empfehlungen aus Tarifverträgen bringen Unternehmen oft in eine schwierige Lage. Mit einer geeigneten Verteidigungsstrategie, die auf solider Dokumentation, einer schnellen Reaktion und juristischer Unterstützung basiert, haben Unternehmen jedoch realistische Chancen auf einen Erfolg vor Gericht.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Der aktuelle Stand der Rechtslage ist der 23. Juli 2025.

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