Im Jahr 2025 agieren Unternehmer in einem Umfeld intensiver KAS-Prüfungen, und die Haftung für Steuerfehler betrifft zunehmend nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Geschäftsführung. Das Steuerstrafgesetzbuch sieht empfindliche Strafen für Fahrlässigkeit in den Bereichen Steuern, Buchhaltung oder Rechnungsstellung vor. Dieser Leitfaden erläutert die Ursachen von Verstößen, die am häufigsten verletzten KKS-Bestimmungen und wie das Steuer-Compliance-System die Haftung der Geschäftsführung wirksam begrenzt.
1. In welcher Weise haftet der Vorstand für Steuerfehler?
Der Vorstand ist für die Organisation und Überwachung der Steuerprozesse steuerlich verantwortlich – auch wenn er diese nicht persönlich durchführt.
Was besagt das Finanzstrafgesetzbuch?
Artikel 9 § 3 des Strafgesetzbuches besagt, dass die Haftung bei der Person liegt, die „ für die wirtschaftlichen Angelegenheiten, insbesondere die finanziellen Angelegenheiten “ des Unternehmens verantwortlich ist. Dies bedeutet, dass folgende Personen haftbar gemacht werden können:
- Mitglieder des Vorstands,
- Finanzdirektor
- Hauptbuchhalter
- Personen, die die Steuerabwicklung überwachen.
Meistens sind sie für die folgenden Verstöße verantwortlich:
- Artikel 56 des Strafgesetzbuches – Gefährdung durch Steuerausfälle,
- Artikel 60 des Strafgesetzbuches – unzuverlässige Buchführung,
- Artikel 62 des Strafgesetzbuches – Ausstellung oder Verwendung unzuverlässiger Rechnungen,
- Artikel 77 des Strafgesetzbuches – Verletzung der Pflichten des Zahlers.
Wichtig ist: Unwissenheit entbindet nicht von der Verantwortung.
Die Rechtsprechung der Finanzgerichte zeigt, dass die Geschäftsleitung verpflichtet ist, das Steuersystem so zu organisieren, dass die Einhaltung des Gesetzes gewährleistet ist .
Eine Vernachlässigung der Aufsicht kann als solche gewertet werden.
- unbeabsichtigte Handlung,
- grobe Fahrlässigkeit.
2. Welche Steuerverbrechen begehen Unternehmen am häufigsten?
Folgende Verstöße dominieren die KAS-Prüfungspraxis:
Am häufigsten gefundene Fehler:
- Gefährdung durch Steuerausfälle (Artikel 56 des Strafgesetzbuches),
- unzuverlässige Buchführung (Artikel 60 des Strafgesetzbuches),
- Verwendung unzuverlässiger Rechnungen (Artikel 62 § 2 des Strafgesetzbuches),
- Nichterfüllung der Pflichten des Zahlers – z. B. im Rahmen der Lohnsteuer von Arbeitnehmern (Artikel 77 des Strafgesetzbuches),
- Verstöße gegen die MDR – fehlende oder fehlerhafte Meldung von Steuersparmodellen (Artikel 80f–80g des Strafgesetzbuches).
Statistiken
Das Finanzministerium gibt an, dass über 70 % der steuerlichen Strafverfahren auf Inspektionen zurückzuführen sind, bei denen fehlende Unterlagen oder fehlerhafte Aufsichtsverfahren festgestellt wurden.
Charakteristisch ist, dass es sich meist nicht um bewusste Absicht handelt , sondern um einen Mangel an innerer Kontrolle.
3. Warum verstoßen Unternehmer gegen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches?
Die häufigsten Ursachen sind organisatorischer, nicht vorsätzlicher Natur. Beispiele hierfür sind:
Systemfehler im Unternehmen:
- Mangel eines effektiven Kontroll- und Überwachungssystems
- unsachgemäße Dokumentenverteilung
- unklare Aufteilung der Verantwortlichkeiten
- veraltete Verfahren
- unzureichende Überprüfung von Auftragnehmern (Mehrwertsteuer-Weißliste, STIR),
- keine Steuerprüfungen
- Unkenntnis oder falsche Auslegung des Steuerrechts.
Das Strafgesetzbuch sieht eine Haftung nicht nur für die Täter der Tat , sondern auch für Personen, die durch Fahrlässigkeit deren Begehung ermöglicht haben .
4. Was versteht man unter Steuereinhaltung und was umfasst sie?
Die Einhaltung der Steuervorschriften ist ein System von Verfahren, Richtlinien und Kontrollen, das sicherstellen soll, dass die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens den Steuervorschriften entspricht.
Wichtige Elemente der Steuerehrlichkeit
- Identifizierung und Bewertung von Steuerrisiken,
- Dokumentenverteilungs- und Archivierungsverfahren,
- Überprüfung von Auftragnehmern: Mehrwertsteuer-Whitelist, STIR, wirtschaftlich Berechtigter,
- Verrechnungspreisdokumentation,
- MDR-Verfahren,
- regelmäßige Prüfungen und Kontrolltests,
- Mitarbeiterschulung
- klare Aufteilung der Kompetenzen und Verantwortlichkeiten,
- Kanäle zur Meldung von Verstößen (Whistleblowing).
5. Schützt die Einhaltung von Vorschriften das Management tatsächlich vor Sanktionen?
Ja. Ein effektives Compliance-System erfüllt eine Schutz- und Beweisfunktion.
Wie begrenzt die Einhaltung von Vorschriften die Haftung?
- Ein Schuldzuweisungsgrund kann ausgeschlossen werden , wenn das Unternehmen gemäß den geltenden Verfahren gehandelt hat und der Verstoß trotz deren Anwendung erfolgte.
- Schützt Beweismittel – Register, Schulungen und Audits dokumentieren die gebotene Sorgfaltspflicht.
- Verringert das Haftungsrisiko für eine kollektive Organisation – mangelnde Aufsicht kann das gesamte Unternehmen belasten.
- Es erhöht die Chancen, von den Behörden milder behandelt zu werden – Kooperation und Transparenz werden belohnt.
In der Praxis von KKS-Angelegenheiten führt eine gut dokumentierte Einhaltung der Vorschriften zu Folgendem:
- Verzicht auf die Verhängung einer Strafe,
- Die Einstufung einer Handlung als Vergehen anstatt als Verbrechen .
6. FAQ – die am häufigsten gestellten Fragen von Unternehmern
Kann das Management die Haftung vermeiden, wenn es die Details der Abfindungen nicht kannte?
Nein. Fehlendes Wissen entbindet nicht von der Verantwortung – der Vorstand ist für die Organisation und Überwachung des Steuersystems verantwortlich.
Reichen Compliance-Verfahren allein aus?
Nein. Sie müssen genutzt, aktualisiert und dokumentiert werden.
Kann die Einhaltung der Vorschriften die Strafe reduzieren?
Ja. Nachweisliche Sorgfaltspflicht führt oft zu Nachsicht.
Belasten die MDR-Verpflichtungen den Vorstand?
Ja. Das KKS sieht eine Haftung für fehlerhafte oder fehlende MDR-Berichte vor.
7. Zusammenfassung und Empfehlungen
Im Jahr 2025 werden die Steuerbehörden verstärkt Analysen und Prüfungen einsetzen, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Daher ist ein effektives Steuereinhaltungssystem kein freiwilliger Standard mehr, sondern eine Notwendigkeit .
Wichtigste Aktivitäten für Unternehmen:
- eine Steuerrisikoanalyse durchführen,
- Kontroll- und Dokumentenumlaufverfahren implementieren,
- Steuerrichtlinien regelmäßig aktualisieren
- Mitarbeiter für die Abwicklung von Abrechnungen schulen
- Dokumentenüberwachung und Sorgfaltspflichten.
Ein gut organisiertes Compliance-System kann die strafrechtliche Haftung des Vorstands tatsächlich einschränken oder sogar ausschließen.
Wollen Sie eine effektive Steuereinhaltung implementieren?
Kontaktieren Sie das KG Legal Team – wir helfen Unternehmen beim Aufbau von Steuersicherheitsverfahren und vertreten Mandanten in KKS-Verfahren.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Rechtsstatus ab dem 10. Dezember 2025
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