Nach der Entwicklung und Implementierung der Software wird ein Wartungsvertrag als separater Vertrag abgeschlossen. Im Anschluss an die Implementierung folgt eine Nutzungsphase, in der der Käufer die erworbene Software gemäß den Vertragsbedingungen verwendet. Während dieser Phase ist es jedoch entscheidend, die einwandfreie Funktion des Systems sicherzustellen. Ein Schlüsselelement des Wartungsvertrags ist die Definition von Fehlern, deren Meldung und die entsprechenden Meldefristen.
Fehler werden üblicherweise in verschiedene Kategorien eingeteilt, was oft die Reaktionszeit des Supports bestimmt. Leichte Fehler treten auf, wenn es zu Unregelmäßigkeiten im Systembetrieb kommt, die die Funktionsfähigkeit jedoch nicht beeinträchtigen. Ein kritischer Fehler hingegen führt zu einem vollständigen Systemstillstand und macht die Software unbrauchbar.
Nach der Definition von Fehlerkategorien wird üblicherweise die Reaktions- und Reparaturzeit festgelegt. Gemäß den Bedingungen des Wartungsvertrags kann die für die Wartung zuständige Stelle verpflichtet sein, rund um die Uhr erreichbar zu sein. Bei weniger schwerwiegenden Fehlern kann die Reparatur während der üblichen Geschäftszeiten, z. B. von 9:00 bis 17:00 Uhr, erfolgen.
Solche Vereinbarungen beinhalten häufig einen Ausstiegsplan, der die Bedingungen für die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen den Parteien festlegt. Ein Ausstiegsplan kann die Bereitstellung aller für die Systemnutzung notwendigen Informationen für den Auftraggeber sowie die Gewährleistung der ununterbrochenen und vollständigen Fortführung aller Aktivitäten umfassen. Ein weiterer Aspekt ist der Wissenstransfer in einem Umfang, der die eigenständige Weiterführung der Softwarewartung und -entwicklung nach Vertragsablauf ermöglicht. Wir können auch weitere Bestimmungen aufnehmen, wie beispielsweise die Gewährung des Zugriffs auf das Berichtssystem des Softwareanbieters, einschließlich eines Fehlerarchivs, für den Auftraggeber oder einen von ihm benannten Dritten. Dieses Fehlerarchiv muss eine Beschreibung der zur Fehlerbehebung ergriffenen Maßnahmen innerhalb eines vom Auftraggeber festgelegten Zeitraums enthalten.
Bei Wartungsverträgen müssen wir auch die Urheberrechtsbestimmungen berücksichtigen. Eine gängige Lösung ist die Erteilung einer Lizenz an den entwickelten Updates für den Kunden.
Wie jeder IT-Vertrag sollte auch ein Wartungsvertrag verschiedene Szenarien während seiner Implementierung berücksichtigen und dabei die Besonderheiten der Branche und der jeweiligen Dienstleistungen einbeziehen. Ein Vertrag, der die verschiedenen Elemente der Zusammenarbeit detailliert beschreibt, trägt dazu bei, das Risiko zukünftiger Konflikte zu minimieren.
Diese Mitteilung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Rechtsstatus ab dem 7. März 2024
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