Im heutigen Artikel der Reihe „Morgens für die Bauwirtschaft“ beleuchten wir die Umsetzung neuer Vorschriften zur Energieeffizienz von Gebäuden. Die Richtlinie (EU) 2024/1275 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD), die bisherige Regelungen in diesem Bereich ersetzt, ist aktuell von besonderer Bedeutung für den Immobilienmarkt und die Bauwirtschaft. Gleichzeitig verabschiedet die Europäische Kommission weitere Durchführungsrechtsakte zur Umsetzung der neuen Regeln für die Berichterstattung und Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden, darunter die jüngste Verordnung (EU) 2026/52 der Kommission. Diese Regelungen geben die Richtung für die Mitgliedstaaten, einschließlich Polen, vor.

In der Praxis wird eine der wichtigsten Änderungen die schrittweise Aufwertung der Energieeffizienzklassen für Gebäude und Wohnräume sein. In diesem Monat sollen die Vorlagen für Energieausweise angepasst werden, um ein einheitliches Format in allen Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Ob Polen die Frist bis zum 29. Mai 2026 einhalten kann, bleibt abzuwarten, da ein Entwurf für die entsprechenden Änderungen noch nicht veröffentlicht wurde.

Die Energieklassen von Gebäuden werden eine echte Marktbedeutung erlangen

Die neuen Vorschriften schaffen ein transparenteres und einheitlicheres System zur Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden in der gesamten EU. Das Energiebewertungssystem ist ähnlich wie die Kennzeichnung von Haushaltsgeräten gestaltet und reicht von Klasse A bis G.

Einfach ausgedrückt:

  • Klasse A bezeichnet die energieeffizientesten Gebäude mit sehr niedrigem Energieverbrauch
  • Die Klassen B–C umfassen Gebäude mit guten Energiekennwerten
  • Die Klassen D–E gelten für energiegemittelte Eigenschaften
  • Die Klassen F und G umfassen die energieintensivsten Gebäude und diejenigen, die die höchsten Betriebskosten verursachen.

Für den Immobilienmarkt bedeutet dies, dass der Energieausweis nicht mehr nur ein formales Dokument ist, das beim Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie benötigt wird.

In der Praxis kann dies zu einer Situation führen, in der sich zwei ähnliche Wohnungen – mit ähnlicher Wohnfläche und Lage – aufgrund ihrer Energieparameter erheblich in ihrer Attraktivität für den Markt unterscheiden.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Investoren und Projektentwickler bedeuten die neuen Regelungen vor allem die Notwendigkeit, Energieparameter bereits in der Investitionsplanungsphase zu berücksichtigen.

Folgendes könnte zunehmend an Bedeutung gewinnen:

  • Energiestandard des Gebäudes
  • Lösungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Effizienz technischer Anlagen,
  • Konformität von Investitionen mit künftigen EU-Regulierungsanforderungen.

Dies kann sich sowohl auf die Investitionskosten als auch auf die spätere Attraktivität des Projekts für den Markt auswirken.

In der Praxis können Räumlichkeiten mit einer höheren Energieklasse beispielsweise folgende Merkmale aufweisen:

  • leichter zu verkaufen,
  • für Banken, die den Kauf finanzieren, attraktiver,
  • und weniger dem Verhandlungsdruck der Käufer ausgesetzt sind.

Was bedeutet das für Käufer?

Aus Käufersicht werden nicht nur der Kaufpreis der Immobilie, sondern auch die Kosten ihrer späteren Nutzung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Neue Vorschriften könnten Käufer dazu veranlassen, häufiger zu analysieren:

  • die Höhe der zukünftigen Betriebskosten,
  • Energieklasse des Gebäudes
  • Effizienz von Heizsystemen
  • und die potenziellen Auswirkungen von Energieparametern auf den Wert der Immobilie in der Zukunft.

Folglich könnte die Energieeffizienz zu einem der wichtigsten Parameter werden, die die Bewertung von Immobilien und die Kaufentscheidungen der Kunden beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, obwohl detaillierte nationale Lösungen schrittweise umgesetzt werden, die Richtung der Veränderungen, die sich aus der EPBD-Richtlinie und den Durchführungsrechtsakten der Europäischen Kommission ergeben, klar erscheint: Die Energieeffizienz von Gebäuden soll zu einem der Schlüsselelemente für das Funktionieren des europäischen Immobilienmarktes werden.

Für den Bausektor bedeutet dies, Energieaspekte verstärkt in die Planungs-, Ausführungs- und Vertriebsphasen von Investitionen einzubeziehen. Es empfiehlt sich, das Dokument „Entwicklung der NBRP: Politische Leitlinien für Polen“ zu lesen, das im Rahmen des EPBD.wise-Projekts erstellt und auf der BUILD UP-Plattform (https://build-up.ec.europa.eu/en/resources-and-tools/publications/development-nbrp-policy-guidelines-poland) veröffentlicht wurde und die zukünftige Richtung des Wandels auf dem polnischen Immobilien- und Baumarkt aufzeigt. 

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.

Rechtsstatus ab dem 12. Mai 2026.

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