Der Jahresbeginn brachte gute Nachrichten für Unternehmer, dank der Aussage von Premierminister Donald Tusk zur Änderung des Gesetzes über die Nationale Arbeitsinspektion. Anfang Januar dieses Jahres deutete der Premierminister an, dass der Gesetzentwurf zur Erweiterung der Befugnisse der Nationalen Arbeitsinspektion als abgeschlossen gelten könne.

Medienberichten zufolge bereitet dieses Thema der Regierung jedoch weiterhin Sorgen. Nur wenige Tage nach der Erklärung des Premierministers fanden Treffen statt, die zeigten, dass die Arbeiten an der Gesetzesänderung noch andauern, obwohl die Regierung beabsichtigt, andere rechtliche Lösungen als die zuvor vorgeschlagenen zu entwickeln.

Umstrittene Bestimmungen des Projekts

Der geänderte Wortlaut des Gesetzentwurfs ist derzeit nicht bekannt. Die Wirtschaft lehnte vor allem die Bestimmung ab, die es PIP-Inspektoren erlaubte, zivilrechtliche Verträge willkürlich und einseitig in Arbeitsverträge umzuwandeln und solche Entscheidungen sofort vollstreckbar zu machen.

Die genannten Lösungsansätze riefen bei Unternehmern zahlreiche Bedenken hervor, da sie mit einer erheblichen finanziellen Belastung verbunden seien. Würde die Nationale Arbeitsinspektion eine sofort vollstreckbare Entscheidung treffen, wäre der Unternehmer verpflichtet, die Kosten für die Umwandlung des zivilrechtlichen Vertrags in einen Arbeitsvertrag zu tragen. Diese Kosten würden das Budget des Unternehmens während des mehrjährigen Berufungsverfahrens über lange Zeit belasten.

Das Hauptargument gegen diese Lösung war der Grundsatz der Vertragsfreiheit, wonach die Parteien unabhängig über die Art des Vertrags entscheiden, den sie abschließen möchten. Es wurde außerdem argumentiert, dass die geltenden gesetzlichen Bestimmungen die Interessen der Arbeitnehmer ausreichend schützen und es den PIP-Inspektoren ermöglichen, angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Besondere Beachtung verdienen die effektiv funktionierenden rechtlichen Instrumente, die der Nationalen Arbeitsinspektion zur Verfügung stehen, wie beispielsweise die Erteilung mündlicher Anweisungen während der Inspektionen mit dem Ziel, etwaige festgestellte Unregelmäßigkeiten zu beseitigen.

Vorschlag von Unternehmern

Die polnische Unternehmervereinigung reagierte auf die Maßnahmen der Regierung, die die Aussetzung der Arbeiten am laufenden Projekt beinhalteten, mit eigenen Vorschlägen. Medienberichten zufolge schlugen die Unternehmer insbesondere vor, die Regelungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen bei zivilrechtlichen Verträgen an die Regelungen für Arbeitsverträge anzugleichen.

Was sind die nächsten Schritte?

Polen ist verpflichtet, die festgelegten Meilensteine ​​bis zum 30. Juni 2026 umzusetzen. Dazu gehören die Stärkung der Befugnisse der Nationalen Arbeitsinspektion und die Verbesserung des Rechtsstatus von Arbeitnehmern. Die genauen Vorgaben des neuen Gesetzentwurfs sind derzeit noch nicht bekannt, die parlamentarischen Beratungen laufen jedoch, und ein Entwurf wird voraussichtlich in Kürze veröffentlicht.

Neues Gesetz

Am 19. Januar 2026 veröffentlichte das Government Legislation Center einen Entwurf vom 12. Januar 2026, der die Instrumente zur Aufsicht über die Nationale Arbeitsinspektion (PIP) stärken soll. Der Entwurf behandelt jedoch nicht die Umwandlung zivilrechtlicher Verträge in Arbeitsverträge.

Dem Gesetzentwurf zufolge könnte der Arbeitsschutzrat beim Sejm einen Antrag auf eine Prüfung der Tätigkeit der Nationalen Arbeitsinspektion durch den Obersten Rechnungshof stellen. Die Prüfung würde mindestens alle zwei Jahre durchgeführt.

Wie im Entwurf dargelegt, wäre der Zweck einer solchen Prüfung folgender:

  1. Stellungnahmen der ROP zur Beurteilung der Tätigkeit des Hauptarbeitsinspektors;
  2. Beurteilung der Angemessenheit, Richtigkeit und Glaubwürdigkeit des Jahresberichts über die Tätigkeiten der Nationalen Arbeitsinspektion;
  3. Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Zuverlässigkeit öffentlicher Ausgaben und der Vergabe öffentlicher Aufträge;
  4. Bewertung des Ressourceneinsatzes, einschließlich der Mitarbeiter.

Wie in der Begründung dargelegt, besteht das langfristige Ziel des Gesetzes in der Stärkung der Nationalen Arbeitsinspektion, da die vom Sejm und der ROP eingeführten Aufsichtsmechanismen eine effektivere Durchsetzung der Einhaltung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen durch die PIP sowie eine stärkere Kontrolle über die Verwaltung der für die Aktivitäten der PIP bereitgestellten erheblichen öffentlichen Gelder gewährleisten werden.

In der Begründung wird außerdem ausgeführt, dass eine unabhängige Prüfung eine unabhängige Bewertung der Aktivitäten von PIP ermöglicht, was indirekt dazu beitragen wird, das Vertrauen der Öffentlichkeit in PIP zu stärken.

Dies ist erst der Anfang neuer Gesetzesvorschläge bezüglich der Nationalen Arbeitsinspektion – weitere Lösungen müssen noch abgewartet werden.

Wir werden Sie über den weiteren Fortschritt der Arbeiten auf dem Laufenden halten.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Der aktuelle Stand der Rechtslage ist der 20. Januar 2026 .

Autor:

    Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns – wir antworten Ihnen so schnell wie möglich.