Im vergangenen Jahr avancierte die Warschauer Börse zum weltweit führenden Börsenplatz für börsennotierte Spieleunternehmen und überholte damit die südkoreanischen und japanischen Börsen, die vor allem für ihren Technologiesektor bekannt sind. Aktuell sind rund 60 Spieleunternehmen an beiden Börsen aktiv, 12 davon feierten im vergangenen Jahr ihr Börsendebüt – einem schwierigen Jahr für die meisten börsennotierten Unternehmen. Die Warschauer Börse, die mehrere Jahre stagnierte, gewinnt dank neuer Investoren, die sich für die Spielebranche interessieren, wieder an Dynamik. Die Investoren sind zuversichtlich, dass die kommenden Jahre weiteres Wachstum für Spieleunternehmen bringen werden, insbesondere im Bereich der mobilen Spiele, der sich in den letzten Monaten zunehmender Beliebtheit erfreut.

Was bewegt Spieleunternehmen dazu, vorwiegend auf dem New Connect-Markt an den Markt zu gehen? Warum unternehmen sie diesen Schritt, wo doch das Interesse anderer Unternehmen am Aktienmarkt jedes Jahr abnimmt?

Zweifellos sind dieselben Faktoren, die andere an die Börse locken, auch für diese Unternehmen wichtig. Dazu gehören Vorteile wie:

  • Leichtigkeit der Kapitalbeschaffung – der Hauptgrund für die Entscheidung zum Börsengang ist in der Regel die Leichtigkeit und Verfügbarkeit von Kapitalbeschaffungsquellen, vorwiegend langfristig, sowie die Möglichkeit weiterer Aktienemissionen in der Zukunft
  • Erhöhte Glaubwürdigkeit – börsennotierte Unternehmen werden am Markt als glaubwürdiger und zuverlässiger wahrgenommen und verfügen über eine stabilere Marktposition
  • die Fähigkeit zur Marktbewertung des Unternehmens – Investoren und Analysten führen eine Marktbewertung nicht nur der aktuellen Finanzlage durch, sondern auch der Strategie und Absichten des Unternehmens, der Dividendenpolitik und seiner zukünftigen Entwicklung
  • Höhere Kreditwürdigkeit – börsennotierte Unternehmen werden aufgrund ihrer größeren Transparenz und der Verpflichtung zur Veröffentlichung und Vorlage ihrer Finanzberichte zur Prüfung durch Experten von Banken als potenzielle Kreditnehmer positiver bewertet. Sie erhalten in der Regel höhere Kreditlimits und bessere Kreditkonditionen als andere Unternehmen.

Die wichtigsten Argumente für Unternehmen der Spieleentwicklungsbranche, an die Börse zu gehen, scheinen jedoch folgende zu sein:

  • Die Möglichkeit, aktienbasierte Anreizprogramme zu schaffen – solche Programme ermöglichen es dem Unternehmen, talentierte Kreative und Mitarbeiter zu gewinnen und zur Aufrechterhaltung einer langfristigen Zusammenarbeit mit ihnen beizutragen,

Und

  • Die Möglichkeit, das Prestige und den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern – die Präsentation des Unternehmens beim Börsengang, das gesteigerte Interesse am Unternehmen während und nach dem Börsengang, Treffen mit Investoren und das Medieninteresse führen zu einer Stärkung der Marke und einer Steigerung ihres Bekanntheitsgrades.

Bei der Entscheidung für einen Börsengang ist es wichtig, auch die Nachteile dieses Prozesses zu bedenken. Zu den wichtigsten gehören:

  • Die Kosten eines Börsengangs (IPO) sind die größten Bedenken vor dem Börsengang. Bevor man sich für einen Börsengang entscheidet, sollten die potenziellen Gewinne und die Gesamtkosten sorgfältig kalkuliert werden. Typischerweise betragen die Emissionskosten einige Prozent des Emissionswertes. Es wird davon ausgegangen, dass der Kostenanteil mit steigendem Emissionswert sinkt. Zu beachten ist, dass nachfolgende Aktienemissionen deutlich geringere Kosten verursachen
  • Die Notwendigkeit, interne Dokumentationen und Verfahren an die Anforderungen für börsennotierte Unternehmen anzupassen – Unternehmen, die an die Börse gehen, müssen ihre Strukturen und internen Regelungen an die gesetzlichen Bestimmungen anpassen und eine strenge Finanzberichterstattung durchführen, was häufig eine Änderung ihrer Organisationsstruktur erfordert
  • Offenlegungspflichten – Aktiengesellschaften müssen regelmäßig Berichte veröffentlichen – vierteljährlich, halbjährlich und jährlich, wobei die Jahres- und Halbjahresberichte der Prüfung durch einen Abschlussprüfer unterliegen. Sie müssen außerdem unverzüglich aktuelle Informationen veröffentlichen, wenn Ereignisse eintreten, die den Wert der Aktien beeinflussen könnten
  • Die Notwendigkeit der Transparenz der durchgeführten Aktivitäten – die Notwendigkeit, Informationen über das Unternehmen zu veröffentlichen, bedeutet, dass nicht nur Investoren, sondern auch Wettbewerber Zugang zu finanziellen und strategischen Informationen haben, die für das Unternehmen wichtig sind.

Für manche Unternehmen, insbesondere Startups, besteht ein weiterer Nachteil in der Notwendigkeit, Kapital zu verwässern, was dazu führen kann, dass die derzeitigen Aktionäre die Kontrolle über das Unternehmen verlieren.

Analysten analysieren die aktuelle Marktsituation der Branche, die sich während der COVID-19-Pandemie weiter ausgedehnt hat, und prognostizieren, dass der Markt 2023 ein neues Rekordhoch von 200 Milliarden US-Dollar erreichen wird.* Die Spielebranche stößt derzeit auf großes Interesse bei Investoren und entwickelt sich äußerst dynamisch. Daher ist zu erwarten, dass der Trend, dass Spieleentwickler in den regulierten Markt eintreten, sich nicht nur fortsetzen, sondern voraussichtlich sogar noch verstärken wird.


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