Am 16. März 2022 unterzeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Gesetz, das Kryptowährungen in der Ukraine legalisierte. Die Unterzeichnung des neuen Gesetzes erfolgte inmitten der russischen Invasion in der Ukraine und verdeutlichte die Rolle, die Kryptowährungen während des Konflikts spielten.

Das Gesetz über virtuelle Vermögenswerte definiert den Rechtsstatus, die Klassifizierung und das Eigentum an virtuellen Vermögenswerten. Es führt außerdem Maßnahmen zur Finanzüberwachung virtueller Vermögenswerte ein.

Die Ukraine reiht sich damit in die Liste der Länder ein, die Kryptowährungen legal regulieren, darunter Deutschland, Dänemark, Spanien, Frankreich, Island, Japan, Mexiko und das Vereinigte Königreich. Wie bereits erwähnt, ist El Salvador das einzige Land weltweit, das Kryptowährungen als legal anerkennt.

Das ukrainische Kryptowährungsgesetz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem andere Länder weltweit darüber nachdenken, wie die Kryptoindustrie angemessen reguliert werden kann.

El Salvador hat Bitcoin legalisiert und arbeitet daran, das Land zu einem Zentrum für Kryptowährungsaktivitäten zu machen. China hingegen versucht, den Handel und das Mining von Kryptowährungen zu unterbinden.

Diesen Monat unterzeichnete US-Präsident Joe Biden eine Exekutivanordnung, die Bundesbehörden dazu auffordert, ein einheitliches Vorgehen bei der Regulierung und Aufsicht digitaler Vermögenswerte zu verfolgen. Diese Exekutivanordnung stellt jedoch kein Gesetz zur Regulierung der Kryptowährungsbranche dar.

In Ländern ohne spezifische Kryptowährungsregulierung, wie beispielsweise der Ukraine, haben Regierungen versucht, Börsen und andere mit digitalen Vermögenswerten handelnde Unternehmen der Aufsicht von Finanzaufsichtsbehörden zu unterstellen. In Großbritannien müssen sich Kryptowährungsbörsen beispielsweise bei der Financial Conduct Authority registrieren und unterliegen den bestehenden Geldwäschebestimmungen. Der ukrainische Ansatz hingegen zielt darauf ab, eine speziell auf die digitale Vermögenswertbranche zugeschnittene Gesetzgebung zu schaffen.

Bislang befand sich der Kryptowährungsmarkt in der Ukraine in einer ähnlichen Lage wie in anderen Ländern der Region: Er war weitgehend unreguliert und löste Debatten über Legalität und Sicherheit aus. Daher lehnten viele Banken die Führung von Konten für den Kryptowährungshandel ab.

Der Gesetzentwurf „Über virtuelle Vermögenswerte“ wurde im September 2021 vom ukrainischen Parlament verabschiedet. Der Präsident legte jedoch sein Veto ein, da er die Einrichtung einer neuen Aufsichtsbehörde für zu kostspielig hielt. Kryptowährungen blieben in dieser Zeit ein Thema der Unsicherheit und nicht in den bestehenden Rechtsrahmen eingebunden.

Am 17. Februar verabschiedete die Werchowna Rada der Ukraine das Gesetz nach zahlreichen Änderungen. Mychajlo Fjodorow, Minister für digitale Transformation und stellvertretender Ministerpräsident der Ukraine, erklärte, das neue Gesetz stelle eine enorme Chance für die Wirtschaftsentwicklung in der Ukraine dar.

Das von Präsident Selenskyj unterzeichnete Gesetz erkennt Kryptowährungen als Teil der staatlichen Finanzpolitik an, und der Kryptowährungsmarkt wird von der bestehenden Nationalen Kommission für Börsensicherheit reguliert.

Künftig müssen Unternehmen, die mit digitalen Währungen handeln, ihre Geschäftstätigkeit in der Ukraine registrieren, wo rechtliche Kontakte zu den Börsen geknüpft wurden. Zudem wird eine spezielle Marktaufsichtsbehörde eingerichtet, um Missbrauch zu verhindern. Folglich kann ab sofort keine Bank mehr ohne triftigen Grund die Führung von Kryptowährungskonten verweigern, und alle Währungsformen erhalten den gleichen Rechtsstatus, wodurch ihr Handel ohne Einschränkungen möglich wird.

Die ukrainische Nationale Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde wird für die Regulierung und Überwachung des Kryptowährungsmarktes zuständig sein. Sie wird außerdem Lizenzen an Unternehmen vergeben und die staatliche Politik in diesem Bereich umsetzen. Das Finanzministerium wird zudem an Änderungen des nationalen Steuer- und Zivilrechts arbeiten, um den Markt für virtuelle Vermögenswerte umfassend zu regulieren.

Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine rief die ukrainische Regierung zu Spenden für die Waffenversorgung der Streitkräfte auf. Die Hilfe sollte auch in Form von Kryptowährungen fließen. Dies war der erste Fall, in dem Kryptowährungen in einem Krieg in diesem Umfang eingesetzt wurden. Verschiedenen Quellen zufolge beliefen sich die Kryptowährungsspenden bis zum 24. März 2022 auf rund 100 Millionen Euro.

Die ukrainische Regierung hat eine offizielle Website eingerichtet, auf der Menschen weltweit mit Kryptowährung spenden können. Das Geld fließt in militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine.

Screenshot der Krypto-UA

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