Entschädigung für Bergbauschäden

Bergbauschäden – Haftung von Unternehmern im Lichte des Urteils des Verwaltungsgerichts Katowice vom 30. November 2022.

Einleitung – Was versteht man unter Bergbauschäden?

Gegenstand dieses Artikels sind Bergbauschäden und die Haftungsgrundsätze von Bergbauunternehmern, analysiert im Kontext des Urteils des Berufungsgerichts Katowice vom 30. November 2022 im Fall I ACa 1278/21. Dieses Urteil ist ein wichtiger Bezugspunkt für die Auslegung der Bestimmungen des Geologie- und Bergbaugesetzes, welches ein umfassendes Schutzsystem für Personen schafft, die von den negativen Auswirkungen des Bergbaus betroffen sind.

Bergbauschäden, also Schäden, die durch den Bergbaubetrieb entstehen, zählen seit Langem zu den größten Problemen im Bergbau. Sie sind vielfältig und umfassen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie Geländeverformungen und Veränderungen des Grundwasserspiegels. Aufgrund der spezifischen Art dieser Schäden und ihrer langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt hat der Gesetzgeber spezielle Haftungsregeln erlassen, die den Betroffenen einen wirksamen Schutz bieten sollen.

Rechtsgrundlage – Gefährdungshaftung

Die rechtliche Grundlage für die Haftung für Bergbauschäden bilden die Bestimmungen des Geologie- und Berggesetzes, das ein risikobasiertes . Dies ist eine der strengsten Formen der zivilrechtlichen Haftung – der Bergbauunternehmer haftet für jeden entstandenen Schaden unabhängig von einem Verschulden .

Wesentliche Elemente dieser Verantwortung:

  • Es genügt, den Schaden nachzuweisen.
  • Es besteht keine Notwendigkeit, dem Unternehmer einen Fehler nachzuweisen.
  • Der Gesetzgeber führt die Vermutung eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Betrieb der Bergwerksanlage und dem Schaden ein.
  • Bergbauaktivitäten gelten als Tätigkeiten mit einem hohen Schadensrisiko.

Regeln für die Instandsetzung von Bergbauschäden

Die Regeln beinhalten zwei Vergütungsmodelle:

Verbotene Praktiken:

1. Natürliche Restitution (Wiederherstellung des vorherigen Zustands)

Dies ist die Grundform – die jedoch bei ausgedehnten Geländeverformungen oft schwierig oder unmöglich umzusetzen ist.

2. Geldentschädigung

Der Geschädigte kann anstelle einer Reparatur eine Entschädigung wählen.

Vollständiges Entschädigungssystem

Beinhaltet:

  • tatsächliche Verluste
  • entgangene Gewinne in einem normalen Kausalzusammenhang.

Urteil des Berufungsgerichts Kattowitz vom 30. November 2022 – die wichtigsten Thesen

Das Urteil bestätigt den objektiven und strengen Charakter der Haftung für Bergbauschäden.

1. Die geschädigte Partei ist nicht verpflichtet, ein Verschulden nachzuweisen.

Das Gericht gab an, dass die geschädigte Partei lediglich Folgendes beweisen müsse:

  • Tatsache des Schadens,
  • seine Größe.

Es ist der Unternehmer, der die Vermutung eines Kausalzusammenhangs widerlegen muss – was äußerst schwierig ist, insbesondere im Falle einer groß angelegten oder langfristigen Ausbeutung.

2. Haftung für direkte und indirekte Folgen

Das Gericht bestätigte, dass die Haftung des Unternehmers Folgendes umfasst:

  • direkte Auswirkungen,
  • indirekte Effekte
  • alle normalen Folgen des Betriebs.

3. Gesamtschuldnerische Haftung vieler Unternehmer

Wenn mehrere Unternehmer das Land zu unterschiedlichen Zeiten nutzten:

  • haftet gesamtschuldnerisch .
  • selbst wenn seine Aktivitäten nur teilweise zu dem Schaden beigetragen haben.

Dadurch werden Situationen vermieden, in denen der Geschädigte ohne Schutz dasteht.

Die Bedeutung des Urteils für die Praxis

Urteil des Berufungsgerichts in Kattowitz:

  • stärkt die prosoziale Auslegung von Vorschriften,
  • betont die Notwendigkeit, die Schäden durch den Bergbau umfassend zu betrachten.
  • bestätigt, dass die Risiken des Bergbaus nicht auf die Anwohner übertragen werden können.
  • betont, dass der Unternehmer – als wirtschaftlicher Nutznießer – die Last des Risikos tragen sollte.

Zusammenfassung

Bergbauschäden stellen ein komplexes rechtliches und technisches Problem dar. Ein risikobasiertes Haftungssystem soll Geschädigte wirksam schützen und den negativen Auswirkungen des Bergbaus entgegenwirken. Das Urteil des Landgerichts Kattowitz stärkt die Position der Geschädigten und bestätigt den weitreichenden Haftungsrahmen von Bergbauunternehmen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Der aktuelle Stand der Rechtslage ist der 18. November 2025.

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