Im heutigen Artikel der Reihe „Anwalt auf dem Bauernhof“ stellen wir eine revolutionäre Lösung vor, die die gleichzeitige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für die Stromerzeugung und die landwirtschaftliche Produktion ermöglicht. In Polen muss derzeit für die Installation von Photovoltaikanlagen die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen eingestellt werden. Agrovoltaik ist daher eine neue Technologie, die für Landwirte äußerst vorteilhaft ist, da sie nicht nur zusätzliche Einnahmen aus weiterhin landwirtschaftlich genutzten Flächen generiert, sondern auch zur Entwicklung erneuerbarer Energien beiträgt und den CO₂-Fußabdruck minimiert.
Zunächst ist es wichtig zu erklären, was diese Technologie beinhaltet. Die halbtransparenten Photovoltaikmodule werden anders als bei herkömmlichen Methoden am Boden montiert, und zwar in einer Höhe von mindestens 5 Metern. Dadurch kann das Land landwirtschaftlich genutzt werden. Landwirte können so Energie für den Weiterverkauf produzieren und gleichzeitig ihr Land bewirtschaften und damit Einkommen erzielen.
Warum glauben wir, dass dies die Zukunft der modernen Landwirtschaft ist? Agri-Photovoltaik ermöglicht eine extensive Landnutzung und die Generierung von Einkommen aus verschiedenen Quellen bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt. Darüber hinaus erlaubt diese Technologie die Installation von Photovoltaikanlagen nicht nur auf minderwertigen Böden und bietet somit eine hervorragende Lösung für das enorme Problem des stetigen Rückgangs von Flächen, die den aktuellen Anforderungen für Photovoltaikanlagen entsprechen.
Darüber hinaus stellen Agrovoltaikanlagen eine ideale Antwort auf die zunehmenden Dürreperioden dar. Dank ihnen können Landwirte die Erträge besonders hitzeempfindlicher Nutzpflanzen steigern. Wir schätzen, dass Pflanzen, die mit Photovoltaikmodulen bepflanzt sind, bis zu 20 % weniger Wasser benötigen. Diese Technologie wirkt wie ein Dach für die Pflanzen. Es ist außerdem wichtig zu betonen, dass Agrovoltaikanlagen keinen Niederschlag speichern, der für eine gesunde Pflanzenentwicklung unerlässlich ist. Im Hinblick auf den Niederschlag ist es entscheidend, dass Agrovoltaikanlagen die Pflanzen vor plötzlichen, heftigen Regenfällen schützen, die die nachfolgenden Erträge negativ beeinflussen.
Wir möchten betonen, dass Agri-Photovoltaik in Ländern wie Spanien, den Niederlanden und Deutschland weit verbreitet ist. Dort können Landwirte auf staatliche Unterstützung zählen, die von großer Bedeutung ist und die Umsetzung der Umstellung erheblich erleichtert. Erfahrungen unserer westlichen Nachbarn zeigen, dass Photovoltaikmodule auf speziellen Konstruktionen über den Kulturpflanzen montiert werden und diese so vor ungünstigen Witterungsbedingungen wie extremer Hitze oder Starkregen schützen. Solche Konstruktionen kommen am häufigsten über Beerensträuchern wie Heidelbeeren, Himbeeren, Weinreben und Erdbeeren sowie in Obstplantagen zum Einsatz. Interessanterweise haben Landwirte im Kosovo gezeigt, dass diese Art von Anlage auch in der Tierhaltung genutzt werden kann.
Zweifellos sind Agrivoltaikanlagen die Zukunft und eine Chance für die polnische Landwirtschaft. Angesichts der instabilen Preise für Agrarprodukte könnten sie eine sehr vorteilhafte Lösung darstellen und zusätzliche, stabile Einnahmen von derselben Fläche generieren.
Wir müssen jedoch auf das größte Problem im Zusammenhang mit Agri-Photovoltaik hinweisen, das unserer Ansicht nach in den polnischen Vorschriften liegt – diese regeln diesen Bereich in keiner Weise. Wir weisen darauf hin, dass Landwirte laut den polnischen Vorschriften Photovoltaikanlagen nur auf minderwertigen Böden installieren dürfen, die zudem nicht landwirtschaftlich genutzt werden können. Daher fordern wir eine Änderung der entsprechenden Vorschriften, die eindeutig im Interesse der polnischen Landwirtschaft liegt.
In den nächsten Artikeln, zu denen wir Sie hiermit einladen, werden wir das Thema erneuerbare Energiequellen weiterführen.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
Rechtsstatus ab dem 22. August 2024
Autor/Herausgeber der Reihe:
